Über EinMit (Projektbeschreibung)

Forschungsprojekt „Einstellungen zu unterschiedlichen Formen der Arbeitnehmer-Mitbestimmung (EinMit)“

Das Projekt (Laufzeit 1.1.2013 – 31.12.2015) wird von der Hans-Böckler-Stiftung finanziert. Das Projekt wird von Prof. Werner Nienhüser und Dr. Heiko Hoßfeld geleitet. Projektmitarbeiter sind Esther Glück und Lukas Gödde. Alle Projektbeteiligten arbeiten an der Universität Duisburg-Essen Campus Essen; Lehrstuhl für BWL, insb. Arbeit, Personal und Organisation, Universitätsstr. 2, 45141 Essen.

Projektziel

Das Projekt zielt erstens darauf ab, die Einstellungen zur Arbeitnehmer-Mitbestimmung generell und zu unterschiedlichen Formen mit Hilfe der qualitativen Methode der Assoziationsanalyse zu erfassen. Von besonderem Interesse sind die Einstellungen jüngerer Menschen. Zweitens sollen Ursachen für mögliche Einstellungsunterschiede identifiziert werden

Hintergrund des Projektes

Mitbestimmung ist und bleibt Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Daher ist es nützlich zu wissen, was Menschen mit Mitbestimmung assoziieren, welche Einstellung sie zur Mitbestimmung generell und zu konkreten Formen haben und wie stark ihre Bereitschaft ist, sich für bestimmte Mitbestimmungsformen zu engagieren. Für gesellschaftliche Entwicklungen sind insbesondere die jungen Menschen mit ihren Denkstrukturen wichtig, da sie die Akteure des Wandels sind. Die Analyse der Mitbestimmungsforschung (u.a. durch Greifenstein und Kißler) zeigt, dass die Einstellungen zur Mitbestimmung seit Ende der 1960er Jahre kaum noch untersucht worden sind. Zudem verwenden viele Untersuchungen die in Bevölkerungsumfragen üblichen, direkten Fragen und erfassen Einstellungen deshalb vermutlich nur sehr oberflächlich. Wir wollen die Vorteile eines indirekten, qualitativen, mit Assoziationen arbeitenden Erhebungsinstruments mit denen einer größerzahligen Befragung verbinden.

Fragestellung

  1. Welche Einstellungen haben (jüngere und ältere) Menschen im erwerbsfähigen Alter zur institutionalisierten, vor allem gesetzlichen Mitbestimmung der Arbeitnehmer? Wie wird Arbeitnehmer-Mitbestimmung bewertet, welche Vorstellungen gibt es über ihre Wirkungen? Von besonderem Interesse sind die Mitbestimmungseinstellungen jüngerer Menschen (im Alter von 15 bis 30 Jahren), da diese Altersgruppe die künftige Arbeitswelt prägen wird.
  2. Unterscheiden sich die Mitbestimmungseinstellungen (von sozialen Gruppen, insbesondere Altersgruppen, aber auch von Qualifikationsgruppen)? Warum sind solche Unterschiede zu beobachten? Bei den Ursachen für Einstellungsunterschiede vermuten wir einen Einfluss von Sozialisation, Arbeitssituation, allgemeinen arbeitspolitischen Einstellungen und des Vorwissens über Mitbestimmung.

Untersuchungsmethoden

Wir verbinden quantitative mit qualitativen Methoden. Erstens wurde eine telefonische Befragung einer Stichprobe von 3.203 Personen ab 15 Jahren in Deutschland durchgeführt. Die Einstellungen sind nicht nur mit den üblichen Fragen erfassen worden, sondern tiefergehend über Wort-Assoziationen der Befragten mit unterschiedlichen, im Interview vorgegebenen Stimulusbegriffen (z.B. Mitbestimmung der Arbeitnehmer, Betriebsrat). Zu jedem Begriff dürfen die Befragten bis zu 5 Wörter assoziieren. Zudem haben wir danach gefragt, ob die genannten Wörter für die Befragten eine positive, neutrale oder negative Bedeutung haben. Zweitens haben wir qualitative Interviews mit 41 jüngeren Personen durchgeführt. Die Befragten sollen – über die Telefonbefragung hinausgehend – ihre Assoziationen angeleitet durch die Interviewerin tiefergehend begründen und reflektieren.

Weitere Materialien

Weitere Materialien zur Untersuchung – Methodenbericht, Fragebogen, Interviewleitfaden und Kodierschema – finden Sie auf der folgenden Seite:

https://einmit.wordpress.com/ueber-einmit/materialien/

 

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