Presentations etc. from the conference „What Does Co-Determination Do? What Can We Learn from Research?“ May 12, 2016 in Berlin

Here you may find presentations, pictures etc. from the conference „What Does Co-Determination Do? What Can We Learn from Research?“ („Was leistet die Mitbestimmung? Was sagt die Wissenschaft?“). The conference took place in
Berlin on May 12, 2016.

Presentations from the conference are now online:
http://boeckler.de/veranstaltung_62726.htm

My (Werner Nienhüser) own presentation: https://einmit.files.wordpress.com/2016/07/nienhueserberlinmitbestimmungwzb2016final.pdf

There are also conference photos and videos available on that page. The videos can also be seen on youtube, including a translation of one into english.

Opening speech by Jutta Allmendinger
https://www.youtube.com/watch?v=uWfgJW5aw1s

Interviews and reports from the conference
https://www.youtube.com/watch?v=tP1OfxUwCzM

https://www.youtube.com/watch?v=DojrxOaD0yE

Interview Nienhüser (2nd is a translation into english)
https://www.youtube.com/watch?v=Cri_3HXoD1g
https://www.youtube.com/watch?v=ZfIyi9cTe80

(Thanks in particular to Sigurt Vitols for the conference and for putting this information together.)

 

Junge Menschen haben ein positives Bild von Mitbestimmung

„Mitbestimmung ist jungen Leuten wichtig, zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage unter mehr als 3.000 Menschen in Deutschland. Allerdings mangelt es häufig an Wissen, wie Arbeitnehmerbeteiligung in der Praxis funktioniert. Den Schülern und Studenten fehlen die Anknüpfungspunkte ans Arbeitsleben. …

Wenn sie „Mitbestimmung“ hören, verbinden viele junge Leute damit eher allgemeine Begriffe wie Demokratie oder Politik. Die wenigsten denken an die Mitbestimmung am Arbeitsplatz – dies ist lediglich bei fünf Prozent der 15- bis 20-Jährigen der Fall, in der Gruppe der 21- bis 25-Jährigen sind es neun Prozent. Überraschend sei dieser Befund nicht, so der Wissenschaftler. Den Jüngeren, die mehrheitlich Schüler oder Studenten sind, fehlten oft die praktischen Erfahrungen und die persönliche Betroffenheit. Nur wenige hätten bereits in einem Betrieb gearbeitet; auch weil die früher weit verbreitete Ferienarbeit, insbesondere die harte Arbeit am Fließband, seltener wird. Aber auch bei den Auszubildenden verbinden nur acht Prozent mit Mitbestimmung betriebliche Sachverhalte. Offenbar würden in der Berufsausbildung wie auch in Schulen oder den Universitäten kaum Kenntnisse über Mitbestimmung vermittelt. …

ln einer Frage herrscht über alle Altersgruppen hinweg Einigkeit: Die große Mehrheit hält Mitbestimmung für eine gute Sache. Um in diesem Punkt besonders valide Antworten zu bekommen, ging das Forscherteam um Nienhüser zweigleisig vor: Neben Antworten auf direkte Fragen erbaten die Forscher auch Assoziationen zu Schlüsselbegriffen der Mitbestimmung, weil diese Einblick in tiefer liegende Einstellungen zum Thema zulassen. Die Befragten konnten spontan Wörter oder kurze Sätze äußern, die ihnen zu den Begriffen „Mitbestimmung der Arbeitnehmer“ und „Betriebsrat“ einfielen und dann angeben, ob sie diese positiv, neutral oder negativ meinen. Bezogen auf Mitbestimmung liegt der Anteil positiver Assoziationen unter allen Befragten bei 68 Prozent, auf den Betriebsrat bei 70 Prozent. Unter den Jüngsten beträgt der Anteil sogar 79 Prozent und 70 Prozent . …“

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„Die Analyse zeigt erstens, dass Jüngere deutlich weniger über Mitbestimmung wissen als Ältere“, resümiert der Wissenschaftler. „Zweitens sind die lnhalte, die mit Mitbestimmung assoziiert werden, bei Jüngeren eher allgemeiner Natur und weniger konkret auf die Mitbestimmung der Arbeitnehmer bezogen. Trotz dieser Unterschiede in den Kognitionen zeigt sich drittens auch bei den Jüngeren ein sehr positives Meinungsbild.“ Unter diesen Voraussetzungen, folgert der Forscher, sei „das Engagement zukünftiger Generationen für die Mitbestimmung höchstwahrscheinlich“. Allerdings müsse das Wissen über Mitsprache am Arbeitsplatz besser vermittelt werden – zum Beispiel indem man jungen Leuten vor Augen führt, dass Mitbestimmung die Wirtschaft demokratischer macht.“

Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier: https://einmit.wordpress.com/ueber-einmit. Die Zitate und die Grafik stammen aus der Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung, deren vollständigen Text Sie hier finden: http://www.boeckler.de/14_65886.htm.

 

„Beschäftigte wollen mehr Einfluss“

Im Böckler Impuls Ausgabe 06/2016 wird über unsere Studie berichtet.

„Sollten Arbeitnehmer genauso viel Einfluss haben wie Arbeitgeber? Ja, sagen die allermeisten Beschäftigten – aber nur ein Drittel der Unternehmer. Forscher werten dies als „gutes Zeichen“.

Arbeitnehmer sollten im Betrieb mitbestimmen – davon ist die große Mehrheit der Erwerbstätigen überzeugt, wie eine Analyse von Werner Nienhüser, Esther Glück und Heiko Hoßfeld von der Universität Duisburg-Essen zeigt. Die Forscher haben für ihre von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie rund 1.900 Erwerbstätige nach ihren Einstellungen zur Mitsprache am Arbeitsplatz gefragt.

Der Anteil derjenigen, die finden, dass Arbeitnehmer mindestens gleich viel Einfluss haben sollten wie Arbeitgeber, liegt bei 65 Prozent. Noch deutlicher fällt die Gegenprobe aus: Der Aussage, dass Mitbestimmung falsch sei, stimmten nur 13 Prozent der Befragten zu. Dabei wurde nicht unterschieden zwischen betrieblicher Mitbestimmung und der Mitsprache in Aufsichtsräten.

Die große Mehrheit der Beschäftigten ist der Meinung, dass sie genauso viel Einfluss haben sollten wie die Arbeitgeber.

Die große Mehrheit der Beschäftigten ist der Meinung, dass sie genauso viel Einfluss haben sollten wie die Arbeitgeber.

Die Befürworter sind in fast allen untersuchten Gruppen in der Mehrheit, unabhängig von Qualifikation oder Erwerbsposition. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Arbeitgeber, die mindestens fünf Beschäftigte haben und deren Betriebe damit betriebsratsfähig sind, halten offenbar wenig davon, ihre Mitarbeiter mit­entscheiden zu lassen. Auf die Frage, ob Arbeitnehmer gleich viel Einfluss haben sollten, zeigt sich in dieser Gruppe „eine deutliche Ablehnung“. Nur ein Drittel wünscht sich gleichberechtigte Beschäftigte. Gleichzeitig äußern die befragten Arbeitgeber überwiegend positive Assoziationen zu den Begriffen Mitbestimmung und Betriebsrat – und weisen damit eine grundsätzlich aufgeschlossene Haltung auf. Die Interpretation der Wissenschaftler: Generell könnten sich Arbeitgeber durchaus mit Mitbestimmung arrangieren, nur nicht dann, wenn sie ihre Verfügungsrechte bedroht sehen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen zweierlei: Zum einen spricht einiges dafür, „dass Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Denken der Mehrheit zu einer positiv bewerteten Institution geworden ist“, schreiben die Wissenschaftler. Je mehr Erfahrungen die Menschen mit Mitbestimmung gemacht haben, desto positiver sei ihre Einstellung. Zum anderen besteht nach wie vor „Konfliktpotenzial zwischen einer machtvollen Minderheit, zu der vor allem die Arbeitgeber betriebsratsfähiger Betriebe gehören, und den in den anderen sozialen Gruppen zu findenden Mitbestimmungsbefürwortern“.

Angesichts der bestehenden Interessengegensätze zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern sei es nicht verwunderlich, dass die Meinungen beim Thema Mitbestimmung auseinandergehen. Die Forscher werten dies als „gutes Zeichen“. Schließlich wären „Mitbestimmungsinstitutionen, die von allen akzeptiert oder gar begrüßt würden, vermutlich solche ohne Verteilungswirkung und damit zahnlos“.“ (Quelle: Böckler Impuls, 6/2016, http://www.boeckler.de/64443_64476.htm) . Den Impuls-Artikel kann man als PDF downloaden.

Die Darstellung im Böckler Impukls stützt sich auf den Beitrag: Nienhüser, Werner / Glück, Esther / Hoßfeld, Heiko (2016): Einstellungen zur Mitbestimmung der Arbeitnehmer – welchen Einfluss haben Mitbestimmungserfahrungen? In: WSI-Mitteilungen, 3, S. 161-171. (PDF des Beitrags zum download).