Junge Menschen haben ein positives Bild von Mitbestimmung

„Mitbestimmung ist jungen Leuten wichtig, zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage unter mehr als 3.000 Menschen in Deutschland. Allerdings mangelt es häufig an Wissen, wie Arbeitnehmerbeteiligung in der Praxis funktioniert. Den Schülern und Studenten fehlen die Anknüpfungspunkte ans Arbeitsleben. …

Wenn sie „Mitbestimmung“ hören, verbinden viele junge Leute damit eher allgemeine Begriffe wie Demokratie oder Politik. Die wenigsten denken an die Mitbestimmung am Arbeitsplatz – dies ist lediglich bei fünf Prozent der 15- bis 20-Jährigen der Fall, in der Gruppe der 21- bis 25-Jährigen sind es neun Prozent. Überraschend sei dieser Befund nicht, so der Wissenschaftler. Den Jüngeren, die mehrheitlich Schüler oder Studenten sind, fehlten oft die praktischen Erfahrungen und die persönliche Betroffenheit. Nur wenige hätten bereits in einem Betrieb gearbeitet; auch weil die früher weit verbreitete Ferienarbeit, insbesondere die harte Arbeit am Fließband, seltener wird. Aber auch bei den Auszubildenden verbinden nur acht Prozent mit Mitbestimmung betriebliche Sachverhalte. Offenbar würden in der Berufsausbildung wie auch in Schulen oder den Universitäten kaum Kenntnisse über Mitbestimmung vermittelt. …

ln einer Frage herrscht über alle Altersgruppen hinweg Einigkeit: Die große Mehrheit hält Mitbestimmung für eine gute Sache. Um in diesem Punkt besonders valide Antworten zu bekommen, ging das Forscherteam um Nienhüser zweigleisig vor: Neben Antworten auf direkte Fragen erbaten die Forscher auch Assoziationen zu Schlüsselbegriffen der Mitbestimmung, weil diese Einblick in tiefer liegende Einstellungen zum Thema zulassen. Die Befragten konnten spontan Wörter oder kurze Sätze äußern, die ihnen zu den Begriffen „Mitbestimmung der Arbeitnehmer“ und „Betriebsrat“ einfielen und dann angeben, ob sie diese positiv, neutral oder negativ meinen. Bezogen auf Mitbestimmung liegt der Anteil positiver Assoziationen unter allen Befragten bei 68 Prozent, auf den Betriebsrat bei 70 Prozent. Unter den Jüngsten beträgt der Anteil sogar 79 Prozent und 70 Prozent . …“

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„Die Analyse zeigt erstens, dass Jüngere deutlich weniger über Mitbestimmung wissen als Ältere“, resümiert der Wissenschaftler. „Zweitens sind die lnhalte, die mit Mitbestimmung assoziiert werden, bei Jüngeren eher allgemeiner Natur und weniger konkret auf die Mitbestimmung der Arbeitnehmer bezogen. Trotz dieser Unterschiede in den Kognitionen zeigt sich drittens auch bei den Jüngeren ein sehr positives Meinungsbild.“ Unter diesen Voraussetzungen, folgert der Forscher, sei „das Engagement zukünftiger Generationen für die Mitbestimmung höchstwahrscheinlich“. Allerdings müsse das Wissen über Mitsprache am Arbeitsplatz besser vermittelt werden – zum Beispiel indem man jungen Leuten vor Augen führt, dass Mitbestimmung die Wirtschaft demokratischer macht.“

Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier: https://einmit.wordpress.com/ueber-einmit. Die Zitate und die Grafik stammen aus der Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung, deren vollständigen Text Sie hier finden: http://www.boeckler.de/14_65886.htm.

 

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